Deutsche Piems
Das deutschsprachige Mnemonik-Repertoire für π ist überschaubar, aber vorhanden. Anders als im Englischen oder Französischen hat sich kein Großwerk wie Not A Wake etabliert; deutsche Pi-Mnemoniken bleiben in der Regel im Format des klassischen Merkverses.
Der wohl bekannteste deutsche Vers
Wie, o dies π macht ernstlich so vielen viele Müh!
Lernt immerhin, Jünglinge, leichte Verselein,
wie so zum Beispiel dies dürfte zu merken sein. 3 · 1 · 4 · 1 · 5 · 9 · 2 · 6 · 5 · 3 · 5 · 8 · 9 · 7 · 9 · 3 · 2 · 3 · 8 · 4 · 6 · 2 · 6 · 4
Dieser Vers wird häufig zitiert und kursiert in mehreren Varianten. Er codiert in Standard Pilish-Lesart die ersten 24 Nachkommastellen von π. Der Spruch zeigt, wie deutsche Mnemoniken den Pilish-Mechanismus geschickt mit Reim und kleinen Imperativen verknüpfen.
Wie zähle ich nach?
Beim Nachzählen gelten dieselben Konventionen wie für englische Pilish-Texte (siehe Kapitel 02): Satzzeichen werden ignoriert, Umlaute zählen als ein Buchstabe (also ü = 1, nicht ue = 2), und Apostrophe in Kontraktionen werden nicht mitgezählt. Beim ersten Vers oben:
Lücke füllen?
Im Vergleich zur englischen Tradition fehlt im deutschen Sprachraum bisher eine längere literarische Pilish-Komposition. Wer sich daran versuchen will: Standard-Pilish (siehe Regeln) ist auch im Deutschen umsetzbar, allerdings stellt der höhere Mittelwert deutscher Wortlängen (deutsche Wörter sind im Schnitt länger als englische) andere Anforderungen. Insbesondere wird die Ziffer 1 ungewöhnlicher schwer zu treffen, weil einbuchstabige Wörter im Deutschen seltener sind als im Englischen.